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Gotik

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Gotik Artikel

Die Gotik (v. ital. gotico fremdartig, barbarisch (ursprünglich ein Schimpfwort), abgeleitet von der Nennung des Germanenstammes der Goten) beschreibt eine Stilepoche des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Gegend von Paris und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Der zuvor vorherrschende Bau- und Kunststil ist als Romanik, der nachfolgende als Renaissance bekannt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Der Nibelunge Noth und die Klage. Nach der ältesten Überlieferung mit Bezeichnung des Unechten und mit den Abweichungen der gemeinen Lesart Um ausführliche Informationen zum Buch "Der Nibelunge Noth und die Klage. Nach der ältesten Überlieferung mit Nennung des Unechten und mit den Abweichungen der gemeinen Lesart" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet....

Baukunst

Buch-Tipp: Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres (Book on Demand) Ausgezeichnetes Buch ! Unbedingt kaufen ! Dieses Buch ist ein Klassiker und zeigt auf, daß neben der offensichtlichen Architektur tiefere Weisheiten und Überzeugungen bei dem Bau der gothischen Kathedralen mit eingearbeitet wurden. Anhand der Abbildungen ist ersichtlich, daß Stützpfeiler an das Ende eines imaginären Pentagramms gestellt wurden;...

Geschichte

Die Kathedrale von Saint-Denis, die von Abt Suger entworfen wurde, gilt als erstes gotisches Bauwerk. Durch das Herausnehmen vieler Stützwände erhielt die Kirche nicht ca. ein grazileres Aussehen als die romanischen "Gottesburgen", sie war auch viel lichtdurchfluteter. Dies wurde in der Folgezeit bei neuen Bauwerken stets weiter perfektioniert, spätere gotische Kathedralen sind als Lichtsymphonien konzipiert. Als Vorbild wurde meist die Sainte-Chapelle in Paris genommen.

Von der Ile-de-France breitete sich dieser Baustil auf große Teile West-, Mittel- und Südeuropas aus (Frankreich, Deutschland, England, usw.). In Italien war ihre Herrschaft ca. kurz - dort wurde sie als "barbarischer Stil" verachtet und wird, ganz in dem Ursprungssinne des als Nennung des von einem Germanenstamm Kommenden, auch heute noch als "stilo tedesco" - als deutscher Stil genannt.

Als sich Anfang des 16. Jahrhunderts die Renaissance nördlich und westlich der Alpen ausbreitete, verlor der gotische Stil schnell an Einfluss.

Typisch für die gotische Baukunst sind Spitzbögen, schlanke strukturierte Säulen, aufgebrochene, hohe Wände mit großen Fenstern und die Betonung der Vertikalen.

Buch-Tipp: Fibel- und Gürtelmode der Hochgotik Interessante Zusatzlektüre, viele schematische Zeichnungen In diesem Büchlein werden Fibeln und Gürtel in verschiedene Kategorien unterteilt und beschrieben. Es gibt Informationen zu Aussehen und Machart, aber vor allem sind Belege angegeben, welche von der Existenz dieser Artefakte zeugen: Bildtafeln, Kirchenfiguren, etc. Dazu gibt es eine große...

Architektur

Die große Neuerung der Spitzbogentechnik bestand darin, dass bei einem gedachten Quadrat als Grundriss nicht 4 Rundbögen über die 4 Seiten des Quadrates gestellt wurden, sondern 2 Rundbögen mit gemeinsamem Mittelstein über die beiden Diagonalen. Dadurch war die Stabilität des Gewölbes gesichert, und die statisch nun weniger wichtigen Bögen über den 4 Seiten wurden spitz nach oben gebaut, um die gleiche Höhe wie die beiden längeren und höheren Rundbögen über den Diagonalen zu erhalten. Diese Gewölbetechnik bezeichnet man Kreuzrippengewölbe, die es auch ermöglicht, ein Gewölbejoch über einen rechteckigen Grundriss zu erstellen. Damit wird die Gestaltung freier als in der Romanik. Eine weitere Neuerung war die Erfindung des selbständigen Tragwerks, das sich durch die Strebepfeiler zeigt. In der Romanik musste die flächige Wand die Lasten des Gebäudes tragen und hatte daher ca. kleine Fenster. In der Gotik wurde die Wand von der tragenden Funktion befreit und konnte beliebig aufgelöst werden, was die riesigen Fenster ermöglichte, die fast die gesamte Wandfläche einnehmen.

In der Spätgotik schließlich werden Maßwerke in vielfältigen Fischblasen- und Flammenmustern (Flamboyant) ausgebildet.

Buch-Tipp: Fulcanelli. Mysterium der Kathedralen Das Buch "Fulcanelli. Mysterium der Kathedralen" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Kirchenbau

Typisch für den Kirchenbau der Gotik ist die Betonung der Vertikale. Die häufigste Form des Grundrisses ist, wie schon in der Romanik, das lateinische Kreuz. Die Fenster sind meist sehr lang und schmal. Ihre Verzierung besteht häufig aus Kreisen und Rundstäben. Unter den Fensterbogen findet man auch kleine, kleeblattförmige, eingesetzte Bogenspitzen. Auch Öffnungen in Fischblasenform sind sehr beliebt. Die Vorlagen zu diesen vielen gotischen Ornamenten nahm man aus der Pflanzenwelt. Aber auch Motive und Formen aus der Menschen- und Tierwelt waren beliebt. An den Spitzen von Giebeln und Türmen benutzte man häufig eine Kreuzblume als Ornament (Verzierung) (vergleiche auch Wimperg).

Die ersten rein gotischen Kirchenbauten in Deutschland waren die Liebfrauenkirche in Trier und die Elisabethkirche in Marburg. Das bedeutendste Bauwerk der Gotik in Deutschland ist der Kölner Dom, der trotz seiner langen Baugeschichte (Fertigstellung erst in dem 19. Jahrhundert) nach den Originalplänen vollendet wurde. Ein weiteres bedeutendes gotisches Bauwerk ist der Stephansdom in Wien. Eine besondere Form des gotischen Kirchenbaus stellen die Hallenkirchen dar: Ulmer Münster.

Gotik Beschreibung
Gotik Beschreibung
Nürnberg, St. Sebald, Ostchor von NW (November 2003)

Eindrucksvoll sind die Hallenumgangschöre von St. Sebald und St. Lorenz in Nürnberg.

Buch-Tipp: Gothic 3 Eine Beschreibung zum Buch "Gothic 3" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Profanbauten

Anders als in der Romanik gibt es aus der Gotik schon zahlreiche Profanbauten wie Rathäuser, Spitäler und Bürgerhäuser. Allerdings sind diese Bauwerke in dem Gegensatz zu den Kirchenbauten flächig gestaltet. Merkmale sind beispielsweise die Profilierung der Fenster und Türen, Treppengiebel und gegebenenfalls Gewölbetechnik.

Buch-Tipp: Gotik. Architektur - Skulptur - Malerei Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis! Meine Rezension bezieht sich vornehmlich auf den Architektur-Teil in diesem Buch. Dieser überzeugt durch seine grosse Auswahl an gotischen Bauwerken. Nicht ca. die bekannten, grossen Kathedralen wie Laon, Reims, Amiens werden besprochen, sondern man widmet sich auch den kleinen, weniger bekannten wie bsp....

Rüstungen

Seit dem 19. Jahrhundert wird für einen in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Süddeutschland aufgekommenen Rüstungstyp unter Bezug auf die Spätgotik die Nennung gotischer Harnisch benutzt. Diese Plattenrüstungen waren aufgrund ihrer schlanken, aufstrebenden Formen und der Verwendung von gotischem Blattwerk äußerst charakteristisch für diese Kunstepoche. In dem Gegensatz zu dem gotischen Baustil fanden derartige Rüstungen auch in Italien Verbreitung. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die gotischen Harnische durch Rüstungen mit runderen, körperlicheren Formen verdrängt.

Buch-Tipp: Kleidung und Waffen der Spätgotik: Kleidung & Waffen der Spätgotik: Bd II In deutscher Sprache ohne Alternative Wie die ersten beiden Bände ist auch dieser nicht ca. für die eigentliche Absichtgruppe interessant, die Mittelalter-Reenactment-Gemeinde, sondern auch für militärhistorisch Interessierte. Die Farbtafeln sind wieder von bestechender Qualität, dazu ein Preis, der mit den deutlich schwächeren englischsprachigen...

Baumeister

In der Gotik übernahmen erstmals weltliche Planer und Handwerker das Baugeschehen und wurden die Träger der neuen Kunst, während sie zu Zeiten der Romanik noch fest in der Hand der Klöster war, die ihre Baukunst anonym betrieben. Damit traten die Berufe der Baumeister, Bildhauer und des freien Steinmetzes auf. Beide bewegten sich frei zwischen den verschiedenen Bauhütten, also den Baubetrieben. Es bildeten sich regelrecht Baumeister-Familien heraus, wie beispielsweise die Parler, die unter anderem in Schwäbisch Gmünd, am Ulmer Münster und am Prager Veitsdom bauten. Steinmetze sind zwar namentlich nicht bekannt, aber ihre individuellen Steinmetz-Zeichen sind an verschiedenen Baustellen quer durch Mitteleuropa zu finden. Baumeister und Bildhauer verewigten sich häufig auch schon gerne in den Gesichtszügen von Figuren ihrer Werke, zu dem Beispiel bei Nebenfiguren in Szenen aus der Bibel.

Eine weitere bekannte Baumeisterfamilie aus dem südeutschen Raum sind die Eselers: Nikolaus Eseler d. Ältere und Nikolaus Eseler d. Jüngere, die das spätgotische Münster St. Georg als Hallenkirche in Dinkelsbühl schufen.

Buch-Tipp: Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs Chartres, Reims, Amiens Das Buch "Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs Chartres, Reims, Amiens" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Weblinks

Buch-Tipp: Kunst-Epochen: Kunst-Epochen 04. Gotik.: Bd 4 Umfassender Überblick Anders als in der Mehrzahl der Bücher zur Gotik werden hier nicht ca. Techniken sowie kunst- und kulturhistorische Aspekte behandelt, zu denen auch die hinter dem Kathedralenbau stehenden religiösen und repräsentationsbezogenen Ideen gehören, sondern ebenso Künstlerbiografien sowie vor allem die politgeschichtlichen Vorgänge,...

Neugotik

Gotische Bauwerke (insbesondere Kirchen) wurden um 1850 gerne nachgebaut. Später folgten viele aufwändig gestaltete Rathäuser in dem gotischen Stil, wobei diese wenige Vorbilder in dem Mittelalter hatten. Typische Vertreter dieser Rathäuser stehen in Wien und München. Deren Stilelemente stammen eher aus dem Kirchenbau als von mittelalterlichen Rathäusern. Diesen Baustil bezeichnet man Neugotik oder Neogotik.

Buch-Tipp: Regensburg - Metropole im Mittelalter Sehr empfehlenswert! Hab mir als Geschichtsstudent, Mittelalterinteressierter, und als gebürtiger Regensburger dieses Buch geleistet, und bin hellauf begeistert!! Eigentlich sollte das Buch schon viel früher erscheinen, aber der tragische Unfalltod des Autors verhinderte beinahe die Fertigstellung. In mühevoller Arbeit und durch Hinzuziehen weiterer...

Bildende Kunst

Die Gotik breitete sich in der bildenden Kunst Anfang des 13. Jahrhunderts über Europa aus. Kennzeichnend für die Epoche sind die zu dem Teil übergroß und majestätisch dargestellten Figuren in wenig realistischen Umgebungen. Die Bilder haben meist wenig Tiefe, das heißt alle Elemente befinden sich auf der gleichen Ebene. Die Perspektive ist häufig verzerrt und rückt die zentralen (meist biblischen Figuren) in den Mittelpunkt. Vorherrschende Farben sind rot und gold, zumeist als Demonstration von besonderer Heiligkeit oder Wichtigkeit der gezeigten Personen.

Die meisten bildlichen Darstellungen der Gotik zeigen religiöse Motive. Darstellungen von Szenen aus der Bibel machen den Hauptteil der Gemälde und Altarflügeln aus.Siehe auch: Backsteingotik, Gothic, Rockmusik : Heute auch Nennung eines Musikgenres

Buch-Tipp: Rhythmic Reading for all instruments Um ausführliche Informationen zum Buch "Rhythmic Reading for all instruments" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Literatur

  • Ulrich Coenen: Die spätgotischen Werkmeisterbücher in Deutschland als Beitrag zur mittelalterlichen Architekturtheorie - Behandlung und Edition der Lehrschriften für Entwurf und Ausführung von Sakralbauten, Verlag Mainz, Aachen 1989.
  • Kurt Gerstenberg: Deutsche Sondergotik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1969
  • Dieter Kimpel, Robert Suckale: Die gotische Architektur in Frankreich : 1130 - 1270, München 1985.
  • Werner Müller: Grundlagen gotischer Bautechnik, München 1990.
  • Norbert Nussbaum: Deutsche Kirchenbaukunst der Gotik, 2. Aufl., Darmstadt 1994.
  • Hans Sedlmayr: Die Entstehung der Kathedrale, Zürich 1950.
  • Otto von Simson: Die gotische Kathedrale, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1968
  • Uwe A. Oster: Die großen Kathedralen. Gotische Baukunst in Europa, Darmstadt 2003.


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